DATEV Anwalt

DATEV Anwalt ist eine Kanzleisoftware aus dem DATEV-Konzern, die besonders verbreitet ist bei Kanzleien mit Schwerpunkt Steuer- und Wirtschaftsrecht oder solchen, die ohnehin DATEV-Lösungen für Buchhaltung einsetzen. Sie bietet integrierte Aktenführung, Fristverwaltung und Anbindung an die DATEV-Welt.

DATEV Anwalt ist die Kanzleisoftware aus dem DATEV-Verbund. Sie deckt Aktenführung, Fristen, Zeiterfassung und Abrechnung ab und ist vor allem dort verbreitet, wo Kanzleien ohnehin im DATEV-Umfeld arbeiten: bei wirtschafts- und steuerrechtlicher Ausrichtung, in Kanzleien mit angeschlossener Steuerberatung und überall dort, wo der Steuerberater DATEV nutzt.

Funktionsumfang im Überblick

Der Leistungsumfang entspricht dem, was eine vollwertige Kanzleisoftware abdecken muss.

  • Mandanten- und Aktenverwaltung mit strukturierter Ablage
  • Fristen- und Terminverwaltung mit Wiedervorlagen
  • Zeiterfassung, Leistungserfassung und Abrechnung nach RVG
  • Dokumentenmanagement und Textvorlagen
  • beA-Anbindung für den elektronischen Rechtsverkehr
  • Übergabe in die DATEV-Buchhaltung ohne Medienbruch

Der letzte Punkt ist der eigentliche Grund für die Kaufentscheidung. Die Kanzlei arbeitet in derselben Datenwelt wie ihr Steuerberater, was Jahresabschluss und Auswertungen spürbar vereinfacht.

Für welche Kanzleien sich das lohnt

DATEV Anwalt spielt seine Stärke dort aus, wo die Buchhaltung eng an die Kanzlei angebunden ist. Typisch sind wirtschaftsrechtlich ausgerichtete Einheiten, interprofessionelle Sozietäten mit Steuerberatung und Kanzleien mit hohem Anteil an Dauermandaten.

Weniger zwingend ist die Entscheidung bei rein zivil- oder strafrechtlicher Ausrichtung ohne DATEV-Umfeld. Dort konkurriert die Software mit RA-MICRO, Advoware, AnNoText oder cloudbasierten Systemen wie Actaport, die bei Bedienung und Preis anders aufgestellt sind.

Bei Neugründungen zählt außerdem der Startaufwand: Einrichtung, Datenmigration und Schulung sind bei einem Vollsystem spürbar. Der Beitrag Software für Anwaltskanzleien stellt die Optionen nebeneinander.

Abgrenzung zu RA-MICRO und cloudbasierten Systemen

RA-MICRO ist der bekannteste Wettbewerber mit langer Marktpräsenz und sehr tiefer Funktionalität im klassischen Kanzleigeschäft, inklusive Zwangsvollstreckung und Gebührenrecht.

DATEV Anwalt punktet dagegen bei der Buchhaltungsanbindung. Beide sind Vollsysteme mit entsprechendem Einführungsaufwand.

Cloudbasierte Systeme sind schneller startklar und ortsunabhängig, decken dafür Spezialbereiche weniger tief ab. Die Entscheidung folgt weniger einem Funktionsvergleich als der Frage, wo die Kanzlei ihren Schwerpunkt hat und mit wem sie Daten austauscht.

Unabhängig von der Wahl gilt: keines dieser Systeme nimmt Anrufe an. Die Telefonie ist eine eigene Schicht.

Anbindung von Telefonie und externen Tools

Kanzleisoftware und Telefonie überschneiden sich an einer Stelle: den Daten aus dem Erstkontakt. Ein KI-Telefonassistent erhebt Name, Rufnummer, Rechtsgebiet, Sachverhalt, Dringlichkeit und Rückrufwunsch. Genau diese Felder braucht auch die Aktenanlage.

Die Übergabe läuft in der Praxis über drei Wege: CSV-Export für den manuellen Import, REST-API für eine automatisierte Anbindung, oder Webhooks, die neue Anrufe direkt an ein Zielsystem melden. LexDial bietet API-Zugriff in jedem Tarif, ohne Aufpreis.

Wichtig bleibt die Aufgabentrennung. Der Fristenkalender lebt in der Kanzleisoftware, nicht in der Telefonie. Ein Fristhinweis aus einem Gespräch ist ein Priorisierungssignal, keine Berechnung. Und Mandatstermine werden weiterhin in der Kanzlei vergeben: der Assistent nimmt lediglich Rückrufwünsche auf.

Was bei der Einführung oft unterschätzt wird

Vor der Entscheidung für ein Vollsystem lohnt der Blick auf drei Punkte, die in Funktionsvergleichen meist fehlen.

Erstens die Migration. Bestehende Akten, Stammdaten und Dokumente müssen übernommen werden, und der Aufwand hängt stark vom Altsystem ab. Zweitens die Lizenzstruktur. Abgerechnet wird üblicherweise pro Arbeitsplatz, was bei wachsendem Team spürbar wird. Drittens der Schulungsbedarf, denn Vollsysteme sind mächtig und entsprechend erklärungsbedürftig.

Für die Auswahl gilt unabhängig davon eine einfache Regel: die Software soll zu den Datenwegen der Kanzlei passen, nicht umgekehrt. Wer viel mit der Steuerberatung austauscht, entscheidet anders als eine reine Strafrechtskanzlei.

Kurz beantwortet

Für wen lohnt sich DATEV Anwalt?
Vor allem für Kanzleien mit wirtschafts- oder steuerrechtlichem Schwerpunkt und für alle, deren Steuerberatung ohnehin im DATEV-Umfeld arbeitet. Die durchgehende Buchhaltungsanbindung ist das Hauptargument.
Was ist der Unterschied zu RA-MICRO?
RA-MICRO ist im klassischen Kanzleigeschäft sehr tief, etwa bei Zwangsvollstreckung und Gebührenrecht. DATEV Anwalt punktet bei der Anbindung an Buchhaltung und Steuerberatung.
Lassen sich Anrufdaten in DATEV Anwalt übernehmen?
Ja, in der Regel über CSV-Export oder eine API-Anbindung. LexDial stellt den API-Zugang in jedem Tarif ohne Aufpreis bereit.
Übernimmt die Kanzleisoftware die Anrufannahme?
Nein. Kanzleisoftware verwaltet Akten, Fristen und Abrechnung. Die Anrufannahme ist eine eigene Schicht, personell oder über einen Telefonassistenten.

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