Telefonservice
für Rechtsanwälte
Fünf Wege, Anrufe in der Kanzlei abzudecken. Was sie kosten, wo jeder an seine Grenze stößt und was speziell für Anwaltskanzleien gilt.
Ein Telefonservice für Rechtsanwälte nimmt Anrufe entgegen, wenn die Kanzlei es selbst nicht kann. Klingt einfach, ist es nicht: Am Telefon entscheidet sich, ob aus einer Erstanfrage ein Mandat wird, ob eine Frist rechtzeitig auf dem Tisch liegt und ob die Verschwiegenheitspflicht gewahrt bleibt. Dieser Überblick zeigt die fünf Wege, die deutschen Kanzleien offenstehen, was sie realistisch kosten und wo jeder von ihnen an seine Grenze stößt.
Was ein Telefonservice in der Kanzlei wirklich leisten muss
Anrufe annehmen ist das Minimum. Der eigentliche Job beginnt danach.
Ein Anruf in einer Kanzlei ist selten Routine. Am anderen Ende sitzt jemand, der gekündigt wurde, eine Abmahnung im Briefkasten hatte oder gerade vom Gericht kommt. Diese Person erzählt ihre Geschichte in der Reihenfolge, in der sie ihr einfällt, nicht in der Reihenfolge, die eine Akte braucht.
Wer für eine Kanzlei ans Telefon geht, muss deshalb fünf Dinge gleichzeitig erledigen.
- Anrufertyp erkennen. Mandant, Erstanfrage, Gegenseite, Gericht oder Werbung. Jede Gruppe braucht eine andere Reaktion, und die Gegenseite darf niemals Interna erfahren.
- Sachverhalt strukturiert aufnehmen. Nicht mitschreiben, was gesagt wird, sondern nachfragen, was fehlt. Bei einer Kündigung ist das Zugangsdatum entscheidend, bei einer Abmahnung die gesetzte Frist.
- Dringlichkeit einschätzen, ohne zu beraten. Eine Haftsache oder eine einstweilige Verfügung mit Frist am Folgetag gehört sofort durchgestellt. Eine allgemeine Frage zum Erbrecht nicht.
- Verschwiegenheit wahren. Wer Mandantengespräche annimmt, wird zur Hilfsperson im Sinne von § 203 StGB. Das ist strafbewehrt, nicht bloß Etikette.
- Sauber übergeben. Eine Notiz, mit der die Kanzlei am nächsten Morgen sofort arbeiten kann, statt zurückrufen zu müssen, um zu erfahren, worum es überhaupt ging.
An diesem Anforderungsprofil scheitern die meisten allgemeinen Telefonservices nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Struktur: Dieselbe Person betreut in derselben Schicht eine Zahnarztpraxis, einen Handwerksbetrieb und eine Kanzlei. Juristische Vertiefung ist in diesem Modell nicht vorgesehen.
Die fünf Wege, Anrufe in der Kanzlei abzudecken
In deutschen Kanzleien sind fünf Modelle verbreitet. Sie schließen sich nicht aus, viele Kanzleien kombinieren zwei davon.
Eigene Sekretariatskraft
1.600 bis 5.400 EUR / Monat
Auch: Rechtsanwaltsfachangestellte, Bürokraft
Eine Person in der Kanzlei nimmt Anrufe entgegen, neben Akten, Fristen und beA. Der Klassiker, und für Bestandsmandate weiterhin das Beste.
Spricht dafür
- Kennt Mandanten, Akten und Zuständigkeiten
- Persönlicher Ton, echte Bindung
- Übernimmt auch alles jenseits des Telefons
Spricht dagegen
- Nur zu Bürozeiten, abzüglich Urlaub und Krankheit
- Ein Anruf gleichzeitig, alles weitere läuft ins Leere
- Jeder Anruf unterbricht Fristenarbeit
Externer Telefonservice
200 bis 300 EUR + 1,50 bis 3,00 EUR / Minute
Auch: Telefonsekretariat, virtuelles Sekretariat, Sekretariatsservice
Mitarbeitende in einem Call-Center melden sich mit dem Kanzleinamen, arbeiten ein hinterlegtes Skript ab und schicken die Notiz per E-Mail oder Portal.
Spricht dafür
- Ein Mensch am Telefon, ohne eigene Stelle
- Randzeiten und 24/7 gegen Aufpreis möglich
- Spezialisierte Anbieter schulen juristisch
Spricht dagegen
- Eine Schicht betreut mehrere Auftraggeber parallel
- Erfasst wird, was im Skript steht, sonst nichts
- Minutenpreise steigen mit dem Erfolg
Allgemeines Callcenter
ab etwa 1,50 EUR / Anruf
Auch: Büroservice, Anrufannahme-Dienst, Telefonzentrale
Dieselbe Mechanik wie der externe Telefonservice, nur ohne jeden Branchenbezug. Der günstigste Weg zu einer menschlichen Stimme, und der oberflächlichste.
Spricht dafür
- Günstigste Variante mit Personal
- Hohe Kapazität, auch bei Lastspitzen
- Kurzfristig buchbar
Spricht dagegen
- Kein juristisches Verständnis, keine Rückfragen
- Notiz meist nur Name, Nummer, Rückrufwunsch
- Verschwiegenheit und AVV oft ungeklärt
Anrufbeantworter
im Anschluss enthalten
Auch: Voicemail, Mailbox, Ansage
Die Ansage läuft, der Anrufer spricht oder legt auf. Meistens legt er auf und wählt die nächste Kanzlei aus der Trefferliste.
Spricht dafür
- Kostet praktisch nichts
- In Minuten eingerichtet
- Besser als ein Freizeichen ins Leere
Spricht dagegen
- Ein großer Teil der Anrufer spricht nicht auf Band
- Keine Rückfrage, keine Struktur, keine Dringlichkeit
- Notfälle bleiben bis zum nächsten Abhören liegen
KI-Telefonassistent
69 bis 329 EUR / Monat
Auch: KI-Sekretariat, KI-Telefonanlage
Ein auf Kanzleien trainiertes Sprachsystem nimmt ab, führt ein echtes Gespräch, fragt rechtsgebietsspezifisch nach und übergibt eine strukturierte Zusammenfassung.
Spricht dafür
- Rund um die Uhr, auch bei parallelen Anrufen
- Rechtsgebietsspezifische Rückfragen statt Skript
- Fester Monatspreis, kein Minutenrisiko
Spricht dagegen
- Keine persönliche Bindung wie eine bekannte Stimme
- Vergibt keine Mandatstermine
- Ungewöhnliche Sonderfälle gehören weiter an Menschen
Die fünf Modelle nebeneinander
Kein Modell gewinnt in allen Zeilen. Welche Zeile am schwersten wiegt, hängt vom Anrufaufkommen der Kanzlei und von den Rechtsgebieten ab: Wer viel Strafrecht macht, gewichtet die Notfallzeile anders als eine Kanzlei mit reinem Erbrecht.
Ein Modell auswählen, um es über alle neun Kriterien zu verfolgen.
Eigene Kraft
Verfügbarkeit
- Erreichbarkeit
- Bürozeiten
- Parallele Anrufe
- Nein
Gespräch und Übergabe
- Juristische Rückfragen
- Ja
- Notfall sofort durchstellen
- Ja
- Qualität der Übergabe
- Sehr hoch
- Persönliche Bindung
- Sehr hoch
Kosten und Pflichten
- Monatliche Kosten
- 1.600 bis 5.400 EUR
- Kosten bei mehr Anrufen
- Gleich
- Verschwiegenheit
- Arbeitsvertraglich
Externer Service
Verfügbarkeit
- Erreichbarkeit
- 24/7gegen Aufpreis
- Parallele Anrufe
- Begrenzt
Gespräch und Übergabe
- Juristische Rückfragen
- Nur nach Skript
- Notfall sofort durchstellen
- Nach Regel
- Qualität der Übergabe
- Skriptabhängig
- Persönliche Bindung
- Mittel
Kosten und Pflichten
- Monatliche Kosten
- 200 bis 300 EURplus Minuten
- Kosten bei mehr Anrufen
- Steigen
- Verschwiegenheit
- Erklärung nötigje Person
Callcenter
Verfügbarkeit
- Erreichbarkeit
- 24/7gegen Aufpreis
- Parallele Anrufe
- Ja
Gespräch und Übergabe
- Juristische Rückfragen
- Nein
- Notfall sofort durchstellen
- Selten
- Qualität der Übergabe
- Name und Nummer
- Persönliche Bindung
- Gering
Kosten und Pflichten
- Monatliche Kosten
- ab 1,50 EURpro Anruf
- Kosten bei mehr Anrufen
- Steigen
- Verschwiegenheit
- Oft ungeklärt
Anrufbeantworter
Verfügbarkeit
- Erreichbarkeit
- Immeraber passiv
- Parallele Anrufe
- Ja
Gespräch und Übergabe
- Juristische Rückfragen
- Nein
- Notfall sofort durchstellen
- Nein
- Qualität der Übergabe
- Rohaufnahme
- Persönliche Bindung
- Keine
Kosten und Pflichten
- Monatliche Kosten
- nahezu 0 EUR
- Kosten bei mehr Anrufen
- Gleich
- Verschwiegenheit
- Unkritisch
KI-Assistent
Verfügbarkeit
- Erreichbarkeit
- Durchgehend
- Parallele Anrufe
- Ja
Gespräch und Übergabe
- Juristische Rückfragen
- Jarechtsgebietsspezifisch
- Notfall sofort durchstellen
- Jaautomatisch
- Qualität der Übergabe
- Strukturierte Zusammenfassung
- Persönliche Bindung
- Gering
Kosten und Pflichten
- Monatliche Kosten
- 69 bis 329 EUR
- Kosten bei mehr Anrufen
- Planbarnach Tarif
- Verschwiegenheit
- Technischplus AVV
| Kriterium | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| VerfügbarkeitErreichbarkeit | Bürozeiten | 24/7gegen Aufpreis | 24/7gegen Aufpreis | Immeraber passiv | Durchgehend |
| Parallele Anrufe | Nein | Begrenzt | Ja | Ja | Ja |
| Gespräch und ÜbergabeJuristische Rückfragen | Ja | Nur nach Skript | Nein | Nein | Jarechtsgebietsspezifisch |
| Notfall sofort durchstellen | Ja | Nach Regel | Selten | Nein | Jaautomatisch |
| Qualität der Übergabe | Sehr hoch | Skriptabhängig | Name und Nummer | Rohaufnahme | Strukturierte Zusammenfassung |
| Persönliche Bindung | Sehr hoch | Mittel | Gering | Keine | Gering |
| Kosten und PflichtenMonatliche Kosten | 1.600 bis 5.400 EUR | 200 bis 300 EURplus Minuten | ab 1,50 EURpro Anruf | nahezu 0 EUR | 69 bis 329 EUR |
| Kosten bei mehr Anrufen | Gleich | Steigen | Steigen | Gleich | Planbarnach Tarif |
| Verschwiegenheit | Arbeitsvertraglich | Erklärung nötigje Person | Oft ungeklärt | Unkritisch | Technischplus AVV |
05 ist die Kategorie, in der LexDial arbeitet. Sie ist in der Matrix nicht hervorgehoben. Welche Zeile am schwersten wiegt, entscheidet die Kanzlei.
Was ein Telefonservice für Anwälte kostet
Preise lassen sich nur vergleichen, wenn man die Rechnung zu Ende führt. Der Stundensatz einer Sekretariatskraft ist nicht ihr Bruttogehalt, und der Minutenpreis eines Telefonservices ist nicht die Monatsrechnung.
Eigenes Personal. Zum Bruttogehalt kommen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Urlaubs- und Krankheitstage, Arbeitsplatz, Hardware und Einarbeitung. Realistisch liegt eine Halbtagskraft mit 20 Wochenstunden bei 1.600 bis 2.400 Euro monatlich, eine Vollzeitkraft bei 4.000 bis 5.400 Euro. Details dazu stehen unter Sekretariatskosten.
Externer Telefonservice. Üblich ist eine Grundgebühr von 200 bis 300 Euro im Monat plus 1,50 bis 3,00 Euro pro Gesprächsminute. Alternativ rechnen manche Anbieter pro angenommenem Anruf ab, meist 1,50 bis 3,50 Euro. Für 24/7, Wochenende und Feiertage kommen Aufschläge dazu.
Anrufbeantworter. Kostet fast nichts und liefert entsprechend wenig. Ein großer Teil der Anrufer spricht gar nicht erst auf Band, sondern wählt die nächste Kanzlei.
KI-Telefonassistent. Feste Monatspreise. Bei LexDial: Starter 69 Euro mit 100 Minuten, Growth 179 Euro mit 350 Minuten, Premium 329 Euro ohne Minutenlimit. Alle Preise im Detail.
Der entscheidende Unterschied ist nicht der Einstiegspreis, sondern der Kostenverlauf. Minutenmodelle werden genau dann teuer, wenn es gut läuft. 100 Anrufe zu je drei Minuten ergeben bei 2,00 Euro pro Minute schon 600 Euro, plus Grundgebühr. Eine erfolgreiche Kampagne, eine gute Google-Platzierung oder ein Presseartikel schlagen unmittelbar auf die Telefonrechnung durch. Wer das durchrechnen will, findet Beispiele im ehrlichen Kostenvergleich und unter KI-Telefonassistent Kosten.
Eine Frage trennt Angebote zuverlässig: Was kostet ein Monat mit doppeltem Anrufaufkommen? Wer nach Minuten abrechnet, kann sie nicht beantworten, ohne dass die Zahl unangenehm wird.
Halbtagskraft im Sekretariat
1.600 bis 2.400 EUR
20 Wochenstunden, inklusive Arbeitgeberanteil, Urlaub, Krankheit und Arbeitsplatz
Vollzeitkraft im Sekretariat
4.000 bis 5.400 EUR
Deckt Bürozeiten ab, nicht Abende, Wochenenden oder Urlaubsvertretung
Externer Telefonservice
200 bis 300 EUR plus Minuten
Grundgebühr plus 1,50 bis 3,00 EUR je Gesprächsminute, Aufschlag für 24/7
LexDial Starter
69 EUR
100 Minuten im Monat, für Kanzleien mit überschaubarem Anrufaufkommen
LexDial Growth
179 EUR
350 Minuten im Monat, der übliche Zuschnitt für wachsende Kanzleien
LexDial Premium
329 EUR
Unbegrenzte Minuten, planbar auch bei starkem Anrufaufkommen
Balken maßstabsgetreu bis 5.400 EUR im Monat. Der kräftige Teil zeigt den unteren Wert, der hellere die Spanne nach oben. Der auslaufende Balken beim externen Telefonservice heißt: nach oben offen, weil die Gesprächsminuten dazukommen.
Stand der Recherche: Juli 2026. Die Preisspannen für externe Telefonservices und Sekretariatskräfte stammen aus öffentlich zugänglichen Anbieterangaben und Gehaltsportalen und sind Marktspannen, keine Einzelangebote. Verbindlich ist immer das Angebot des jeweiligen Anbieters. Die Werte für LexDial sind Listenpreise, netto, zuzüglich Umsatzsteuer.
Wo klassische Telefonservices wirklich besser sind
Es gibt Konstellationen, in denen ein Mensch am Telefon die richtige Antwort ist. Wer das Gegenteil behauptet, verkauft.
Bestandsmandate mit persönlicher Bindung. Wenn ein langjähriger Mandant anruft und die Stimme im Sekretariat kennt, ist jede Automatisierung ein Rückschritt. Diese Anrufe gehören ans Team, nicht an eine Software.
Aufgaben, die über das Telefon hinausgehen. Post sortieren, Gerichtstermine koordinieren, Besucher empfangen, Akten anlegen, Fristen in den Kalender tragen. Ein Telefonservice, der zugleich Büroservice ist, deckt mehr ab als reine Anrufannahme.
Sehr geringes Anrufvolumen. Bei fünf Anrufen im Monat rechnet sich kein Modell mit Grundgebühr. Dann genügt oft eine gut eingerichtete Rufweiterleitung auf das Mobiltelefon.
Gespräche, die aus dem Rahmen fallen. Ein aufgebrachter Anrufer, eine unklare Zuständigkeit, ein Sachverhalt quer zu allen Rechtsgebieten. Ein erfahrener Mensch improvisiert hier besser als jedes System.
Anwaltlich spezialisierte Dienste. Es gibt Telefonservices, die ausschließlich Kanzleien betreuen und ihre Mitarbeitenden juristisch schulen. Die sind deutlich näher am Bedarf als ein allgemeiner Callcenter-Tarif, kosten aber auch entsprechend. Ein direkter Blick darauf lohnt sich im Vergleich mit Anwaltssekretariat.de und im Marktüberblick zum Telefonservice für Rechtsanwälte.
Die Schwäche klassischer Dienste liegt woanders: bei Randzeiten, bei parallelen Anrufen, bei der Tiefe der Sachverhaltsaufnahme und beim Kostenverlauf. Genau dort setzen die neueren Modelle an.
Was in einer Kanzlei anders ist als in jedem anderen Betrieb
Ein Telefonservice für eine Kanzlei ist kein Telefonservice mit anderem Firmennamen. Fünf Punkte machen den Unterschied, und sie gehören vor jeden Vertragsschluss.
Verschwiegenheit ist strafbewehrt. § 203 StGB stellt die Offenbarung anvertrauter Geheimnisse unter Strafe. Absatz 3 erlaubt die Einbindung mitwirkender Personen, verlangt dafür aber eine ausdrückliche Verpflichtung zur Geheimhaltung. Praktisch heißt das: schriftliche Verschwiegenheitserklärung jedes einzelnen Mitarbeitenden, der Anrufe entgegennimmt. Nicht des Anbieters, sondern der Personen.
Der AVV ist Pflicht, nicht Kür. Sobald ein Dritter Mandantendaten verarbeitet, braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Ohne wirksamen AVV ist die Weitergabe schlicht unzulässig. Was darin stehen muss, steht unter DSGVO in der Kanzlei.
Fristen verzeihen nichts. Eine verpasste Berufungsfrist ist ein Haftungsfall. Ein Telefonservice muss erkennen, wenn ein Anrufer ein Datum nennt, das eine Frist auslöst, und diese Information muss noch am selben Tag in der Kanzlei ankommen. Ein Rückruf am übernächsten Werktag genügt nicht.
Interessenkollision. Ruft die Gegenseite an, darf sie nichts über den Bearbeitungsstand erfahren. Ein Skript, das jeden Anrufer gleich behandelt, ist hier ein Risiko.
Die Mandantenaufnahme ist die eigentliche Wertschöpfung. Ein Erstgespräch, das vollständig erfasst wurde, spart in der Kanzlei zwanzig Minuten. Eines mit der Notiz "bittet um Rückruf" spart nichts. Wer Anrufannahme einkauft, sollte die Qualität der Übergabe zum Hauptkriterium machen, nicht die Erreichbarkeit.
Dazu kommt die technische Seite: Wo stehen die Server, wie lange werden Gesprächsnotizen gespeichert, welche Subunternehmer sind eingebunden, gibt es Verschlüsselung im Ruhezustand. Wie LexDial das löst, steht auf der Seite Sicherheit.
Wie LexDial die Anrufannahme für Kanzleien löst
LexDial ist ein KI-Telefonassistent, der ausschließlich für deutsche Anwaltskanzleien gebaut wurde. Die Kanzlei richtet eine Rufweiterleitung ein, entweder dauerhaft, nur außerhalb der Bürozeiten oder als Überlauf, wenn nach einigen Klingeltönen niemand abnimmt.
Was dann passiert:
- Der Assistent meldet sich mit dem Kanzleinamen und erfragt die Einwilligung für die Gesprächsverarbeitung.
- Er ordnet den Anrufer ein: Mandant, Erstanfrage, Gericht, Gegenseite oder Werbung.
- Er erhebt den Sachverhalt mit rechtsgebietsspezifischen Rückfragen. Bei einer Kündigung fragt er nach dem Zugangsdatum, bei einer Abmahnung nach der gesetzten Frist.
- Erkennt er einen Notfall, stellt er sofort an eine hinterlegte Nummer durch.
- Nach dem Gespräch liegt eine strukturierte Fallzusammenfassung im Dashboard und optional per E-Mail vor.
Zwei Dinge macht LexDial bewusst nicht. Es vergibt keine Mandatstermine und schlägt auch keine vor, sondern hält den Rückrufwunsch samt Erreichbarkeit fest. Die Terminentscheidung bleibt in der Kanzlei. Und es speichert keinen Gesprächsinhalt, wenn der Anrufer die Einwilligung verweigert. Die Rufnummer bleibt in diesem Fall erhalten, damit ein Rückruf möglich ist.
Die Daten liegen verschlüsselt auf Servern in Deutschland, der AVV nach Art. 28 DSGVO ist Bestandteil des Vertrags. Der volle Funktionsumfang steht unter Funktionen, die technischen Details unter Sicherheit.
Einordnung gegenüber den anderen Modellen: Gegenüber einer eigenen Kraft ersetzt LexDial nicht das Sekretariat, sondern die Unterbrechung durch Erstanrufe und Werbung. Gegenüber einem externen Dienst liegt der Unterschied in der Fachtiefe und im festen Monatspreis. Gegenüber einem Anrufbeantworter ist es überhaupt kein Vergleich, der Unterschied ist unter Telefonassistent oder Anrufbeantworter aufgeschlüsselt.
In welcher Reihenfolge Kanzleien das sinnvoll einführen
Der Fehler bei der Umstellung ist fast immer derselbe: alles auf einmal. Bewährt hat sich ein Einstieg in drei Stufen.
Stufe eins, Randzeiten. Die Weiterleitung greift nur nach Feierabend, am Wochenende und an Feiertagen. Niemand im Team merkt tagsüber eine Veränderung, und die Kanzlei sieht zum ersten Mal, wie viele Anrufe außerhalb der Bürozeiten tatsächlich eingehen. Zahlen dazu stehen unter After-Hours-Erreichbarkeit und Anwalt-Hotline 24 Stunden.
Stufe zwei, Überlauf. Zusätzlich springt der Assistent ein, wenn tagsüber nach einigen Klingeltönen niemand abnimmt, etwa während eines Mandantengesprächs oder eines Gerichtstermins. Das ist erfahrungsgemäß der Punkt, an dem die meisten verlorenen Anrufe sichtbar werden.
Stufe drei, Erstkontakt. Alle Erstanfragen laufen zuerst über den Assistenten, Bestandsmandanten weiterhin direkt ins Sekretariat. Diese Aufteilung hält den persönlichen Kontakt dort, wo er zählt.
Die technische Einrichtung ist eine Sache von Minuten. Wie die Weiterleitung eingerichtet wird, steht in der Anleitung zur Rufweiterleitung. Wer eine Kanzlei neu aufbaut, findet den Gesamtaufbau unter Kanzlei-Telefon einrichten.
Häufige Fragen zum Telefonservice in der Kanzlei
- Was kostet ein Telefonservice für Rechtsanwälte im Monat?
- Ein externer Telefonservice liegt üblicherweise bei 200 bis 300 Euro Grundgebühr plus 1,50 bis 3,00 Euro pro Gesprächsminute. Bei 100 Anrufen im Monat landen viele Kanzleien im mittleren dreistelligen Bereich. Eine eigene Halbtagskraft kostet 1.600 bis 2.400 Euro, eine Vollzeitkraft 4.000 bis 5.400 Euro. Ein KI-Telefonassistent liegt bei LexDial fest zwischen 69 und 329 Euro.
- Darf ich als Rechtsanwalt die Anrufannahme überhaupt auslagern?
- Ja. § 203 Abs. 3 StGB erlaubt die Einbindung mitwirkender Personen, wenn der Zugang zum Geheimnis für die Mitwirkung erforderlich ist. Voraussetzung ist eine ausdrückliche Verpflichtung zur Geheimhaltung sowie ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Ohne beides ist die Auslagerung nicht zulässig.
- Merken Mandanten, dass sie nicht direkt in der Kanzlei anrufen?
- Bei einem gut gepflegten Skript oft nicht sofort. Auffällig wird es, sobald Rückfragen kommen, die über das Skript hinausgehen, etwa zu Zuständigkeiten oder zum Stand einer Akte. Bei einem KI-Assistenten wird der Umstand üblicherweise offen benannt, was die meisten Anrufer akzeptieren, solange das Gespräch weiterführt.
- Was passiert bei einem echten Notfall am Telefon?
- Das ist das wichtigste Auswahlkriterium. Ein Anrufbeantworter kann nichts tun. Ein Callcenter stellt in der Regel nicht durch. Ein spezialisierter Telefonservice folgt einer vorab definierten Notfallregel. LexDial erkennt Notlagen wie Verhaftung, einstweilige Verfügung oder eine Frist am Folgetag am Inhalt des Gesprächs und stellt sofort an eine hinterlegte Nummer durch.
- Vereinbart ein Telefonservice Mandatstermine?
- Bei klassischen Diensten manchmal, wenn ein Kalenderzugriff eingerichtet ist. LexDial tut das bewusst nicht und schlägt auch keine Termine vor. Erfasst wird der Rückrufwunsch samt Erreichbarkeit, die Terminentscheidung bleibt in der Kanzlei.
- Was ist der Unterschied zwischen Telefonservice und Callcenter?
- Die Mechanik ist dieselbe, der Anspruch nicht. Ein auf Kanzleien spezialisierter Telefonservice schult seine Mitarbeitenden juristisch, pflegt ein kanzleispezifisches Skript und regelt Verschwiegenheit schriftlich. Ein allgemeines Callcenter nimmt Name, Nummer und Rückrufwunsch auf, mehr nicht.
- Brauche ich für die Anrufannahme einen AVV?
- Ja, sobald ein Dritter Mandantendaten verarbeitet. Der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO muss Zweck, Dauer, Speicherfristen, Löschkonzept, technische Maßnahmen und alle eingesetzten Subunternehmer benennen. Seriöse Anbieter legen ihn unaufgefordert vor.
- Was passiert, wenn ein Anrufer der Verarbeitung widerspricht?
- Bei LexDial wird dann kein Gesprächsinhalt und kein Transkript gespeichert. Die Rufnummer bleibt erhalten, damit die Kanzlei zurückrufen kann. Bei klassischen Diensten sollte diese Frage vor Vertragsschluss schriftlich geklärt werden, weil die Notiz dort von einem Menschen getippt wird.
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