KI-Sekretärin und KI-Sekretariat

KI-Sekretärin (auch KI-Sekretariat) ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen KI-Telefonassistenten, der die telefonischen Aufgaben einer klassischen Sekretariatskraft übernimmt: Anrufe annehmen, qualifizieren, Anliegen dokumentieren und Rückrufwünsche festhalten. Im Unterschied zum Menschen ist die KI 24/7 verfügbar und arbeitet mit konsistenter Qualität.

KI-Sekretärin oder KI-Sekretariat ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen KI-Telefonassistenten in einer Kanzlei. Der Begriff beschreibt die Rolle, nicht die Technik: jemand nimmt ab, klärt das Anliegen, notiert es sauber und sagt Bescheid, wenn es eilt. Wichtig ist die Abgrenzung. Eine KI-Sekretärin übernimmt die telefonische Erstaufnahme, nicht das komplette Sekretariat.

Welche Sekretariatsaufgaben eine KI übernimmt

Ein menschliches Sekretariat deckt ein breites Feld ab. Die KI deckt davon einen klar umrissenen, aber sehr häufig anfallenden Ausschnitt ab: alles, was am Telefon passiert, bevor ein Anwalt involviert ist.

  • Anrufe annehmen, freundlich und mit Kanzleinamen, ohne Wartezeit
  • Anrufertyp erkennen: Erstanfrage, Bestandsmandant, Gericht, Gegenseite, Werbung
  • Sachverhalt strukturiert erheben, mit Rückfragen passend zum Rechtsgebiet
  • Dringlichkeit einschätzen und Fristhinweise markieren
  • Rückrufwunsch aufnehmen und an die Kanzlei übergeben
  • Notfälle sofort an die diensthabende Mobilnummer durchstellen

Die Erhebung folgt hinterlegten Fragebäumen pro Fallart. Bei einer Kündigung werden andere Punkte abgefragt als bei einer Mietminderung oder einer Abmahnung.

Wo die Grenze verläuft

Eine KI-Sekretärin vereinbart keine Mandatstermine. Sie schlägt keine Zeitfenster vor und koordiniert keine Kalender. Sie hält fest, dass ein Rückruf gewünscht ist, und übergibt das an die Kanzlei. Der Grund ist praktisch: welcher Anwalt einen Fall übernimmt, hängt von Rechtsgebiet, Auslastung, Interessenkollision und Mandatsannahme ab. Das entscheidet die Kanzlei, nicht der Erstkontakt.

Ebenso wenig übernimmt die KI Aktenführung, Fristenkalender, Postbearbeitung, beA-Kommunikation, Rechnungsstellung oder den Empfang vor Ort. Wer diese Aufgaben abdecken muss, braucht weiterhin Personal oder Kanzleisoftware.

Daraus folgt das übliche Zielbild: nicht Ersatz, sondern Entlastung. Das Sekretariat verliert die Unterbrechungen durch Erstanrufe und gewinnt Zeit für Aufgaben, die tatsächlich Kanzleiwissen erfordern.

Kostenvergleich zur menschlichen Sekretariatskraft

Eine Halbtagskraft mit 20 Wochenstunden kostet inklusive Arbeitgeberanteil, Urlaub, Krankheit und Arbeitsplatz typischerweise 1.600 bis 2.400 Euro im Monat. Eine Vollzeitkraft liegt bei 4.000 bis 5.400 Euro.

Ein KI-Telefonassistent liegt bei 69 bis 329 Euro monatlich. Bei LexDial: Starter 69 Euro mit 100 Freiminuten, Growth 179 Euro mit 350 Freiminuten, Premium 329 Euro ohne Minutenlimit.

Der Faktor liegt damit zwischen 5 und 15. Der Vergleich ist trotzdem nicht eins zu eins, weil die Aufgabenprofile sich nur teilweise überschneiden. Ehrlicher ist die Frage: was kostet die Kanzlei ein verpasster Erstanruf? Bei einem durchschnittlichen Mandatswert im vierstelligen Bereich deckt ein zusätzlich gewonnenes Mandat pro Quartal in den meisten Kanzleien die Jahreskosten. Die vollständige Rechnung steht im Kostenvergleich.

Verschwiegenheit und Datenschutz

Wer Mandantengespräche entgegennimmt, wird zur Hilfsperson im Sinne der anwaltlichen Verschwiegenheit. Bei einem externen Telefonservice bedeutet das unterschriebene Verschwiegenheitserklärungen jedes einzelnen Mitarbeitenden. Bei einer KI-Lösung verschiebt sich der Schwerpunkt auf die Technik.

Relevant sind: Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, Hosting innerhalb der EU, Verschlüsselung im Ruhezustand und während der Übertragung, dokumentierte Einwilligung des Anrufers, geregelte Löschprozesse und die Zusicherung, dass Mandantengespräche nicht in das Training von Sprachmodellen fließen.

Bei LexDial liegen die Daten in Deutschland und sind mit AES-256-GCM verschlüsselt, mit einem eigenen Schlüssel pro Kanzlei. Verweigert ein Anrufer die Einwilligung, wird kein Transkript gespeichert, die Rufnummer bleibt für den Rückruf erhalten.

Kurz beantwortet

Vereinbart eine KI-Sekretärin Termine?
Nein. LexDial nimmt Rückrufwünsche auf und übergibt sie strukturiert an die Kanzlei. Mandatstermine werden weiterhin von der Kanzlei selbst vergeben, weil dort Auslastung, Zuständigkeit und Interessenkollision bekannt sind.
Kann die KI ein bestehendes Sekretariat ersetzen?
Die telefonische Erstaufnahme ja, das übrige Sekretariat nicht. Aktenführung, Fristenkalender, beA und persönliche Mandantenbetreuung bleiben Aufgaben für Menschen und Kanzleisoftware.
Erkennt die KI, ob ein Gericht anruft?
Ja. Anrufertypen wie Gericht, Gegenseite, Bestandsmandant oder Werbung werden im Gespräch unterschieden und lösen unterschiedliche Abläufe aus. Ein Gericht führt zu einer sofortigen Eskalation, Werbung wird gar nicht erst weitergereicht.
Spricht die KI nur Deutsch?
Deutsch ist die primäre Sprache. Weitere Sprachen sind möglich und lassen sich pro Kanzlei freischalten oder einschränken.

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